35 Jahre ukrainische Unabhängigkeit: Warum ihr Fortbestand über die europäische Sicherheit entscheidet
Anlässlich des 35. Jahrestags der ukrainischen Unabhängigkeitserklärung vom 24. August 1991 hat Eugene Czolij – Präsident der NGO „Ukraine-2050", Honorarkonsul der Ukraine in Montreal, ehemaliger Präsident des Ukrainischen Weltkongresses und Ehrenmitglied des ОУОН – einen Meinungsbeitrag für die Konrad-Adenauer-Stiftung (Kanada) verfasst.
Czolij ordnet die Unabhängigkeit historisch ein: Sie beendete drei Jahrhunderte russischer Fremdherrschaft, zu denen auch der als Völkermord anerkannte Holodomor zählte, und beschleunigte den Zerfall der Sowjetunion. Er zeichnet nach, wie Russland seither versucht hat, die Ukraine zurückzuerobern, und wie der Westen erst zögerlich auf die Annexion der Krim 2014 und den Vollinvasionskrieg seit 2022 reagierte. Dabei zitiert er warnende Äußerungen von Verteidigungsminister Boris Pistorius und Heeresinspekteur Christian Freuding, wonach Russland bis 2029 fähig sein könnte, ein NATO-Land anzugreifen.
Trotz ukrainischer Erfolge – etwa bei Drohnenangriffen auf russische Ölinfrastruktur – warnt Czolij vor einem gefährlichen Rückgang westlicher Luftabwehrlieferungen: Laut Präsident Selenskyj erhielt die Ukraine 2026 nur ein Drittel der Abfangraketen des Vorjahres. Sein Fazit: Die NATO-Staaten müssten im eigenen sicherheitspolitischen Interesse jetzt handeln, allen voran bei der Luftverteidigung, um eine sichere Zukunft zu gewährleisten.
Quelle: Eugene Czolij, „Die Unabhängigkeit der Ukraine prägt unsere gemeinsame Zukunft", Konrad-Adenauer-Stiftung, Foundation Office Canada, 4. September 2026
Eugene Czolij
NGO „Ukraine-2050“ Präsident
Honorarkonsul der Ukraine in Montreal
Präsident des Ukrainischen Weltkongresses (2008-2018)
Ehrenmitglied des Dachverbandes der der Ukrainischen Organisationen in Deutschland e.V.